Sehenswürdigkeiten
Universitätsplatz Heidelberg: Geschichte & Sehenswürdigkeiten
Der Universitätsplatz im Zentrum Heidelbergs ist ein historischer Sammelpunkt mit reicher Vergangenheit, von Martin Luthers Disputation bis zur NS-Zeit, umgeben von Universitätsgebäuden, Restaurants und der lebendigen Fußgängerzone.
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Der Universitätsplatz: reiche Vergangenheit
Im Zentrum der Stadt am Neckar befindet sich der Universitätsplatz. Ein Sammelpunkt von Studenten, Freunden und Familie. Dieser Ort hat dank seiner Lage einiges zu bieten, denn die Hauptstraße und der kurze Weg zum Neckar laden zu vielen Unternehmungen ein. Wer würde ahnen, dass dieser Ort eine gewaltige Historie pflegt?
Geschichte
Die Stadt Heidelberg hat eine weitreichende Historie. In der Gemeinde Mauer, rund zehn Kilometer südöstlich von Heidelberg, wurde 1907 der Unterkiefer des Homo heidelbergensis gefunden. Er ist rund 600.000 Jahre alt und damit deutlich älter als die Neandertaler. So lange gibt es in der Region bereits Menschen!
Zur Zeit der Römer entstand um 70 n. Chr. im heutigen Neuenheim ein Militärlager, das um 90 n. Chr. durch zwei steinerne Kastelle ersetzt wurde, dazu führte eine Brücke über den Neckar. Die Stadt Heidelberg selbst wurde erst im 12. Jahrhundert gegründet und hat sich im Verlauf der folgenden Jahrhunderte zur Unimetropole von heute entwickelt.
Martin Luther in Heidelberg
An der Stelle des heutigen Platzes stand das Augustinerkloster, welches von Mönchen bewohnt war. Hier wohnte Martin Luther im April 1518, als er am Generalkapitel seines Ordens teilnahm. Die berühmte Heidelberger Disputation am 26. April 1518 fand im Hörsaal der Artistenfakultät der Universität statt. Luther verteidigte dort nicht seine 95 Thesen zum Ablass, sondern eigens verfasste Thesen zu seiner „Theologie des Kreuzes“. Heidelberg wurde so zu einer wichtigen Station für die Verbreitung seiner Ideen, denn unter den Zuhörern saßen spätere Reformatoren wie Johannes Brenz und Erhard Schnepf.
1693, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, wurden die Klostergebäude zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1753 ließ Kurfürst Karl Theodor den Platz zu einem Exerzierplatz umgestalten, der “Paradeplatz” genannt wurde. Ab etwa 1830 hieß er “Ludwigsplatz”, nach Großherzog Ludwig I. von Baden. Seinen heutigen Namen erhielt der damalige Ludwigsplatz 1928, und dieser Name soll selbst nach einmaliger Umbenennung einen festen Platz in der Stadtgeschichte haben.
Die Stadt im Nationalsozialismus
Obwohl Heidelberg den schweren Luftangriffen weitgehend entging, wurde der Universitätsplatz an der Hauptstraße dennoch Schauplatz von Verbrechen des NS-Regimes. Am 17. Mai und am 16. Juli 1933 verbrannten Studenten hier Bücher, die als „marxistisch“ und „undeutsch“ diffamiert wurden. 1937 wurde der Platz in “Langemarckplatz” umbenannt, seit 1945 heißt er wieder Universitätsplatz. Gedenkplatten im Pflaster erinnern heute an Luthers Disputation und an die Bücherverbrennungen.
Anfahrt
Das Parkhaus P11 an der Universitätsbibliothek ermöglichen eine relativ einfache Anfahrt entweder über die Bundesstraße B37 oder die Straße Friedrich-Ebert-Anlage.
Am Universitätsplatz selbst befindet sich eine gleichnamige Bushaltestelle. Hier hat man Anschluss zum Hauptbahnhof, zum Bismarckplatz und mit einmaligem Umsteigen zum Altstadtbahnhof durch die Linien 31 und 32.
Zu Fuß bietet sich doch die Fußgängerzone an. Der Weg ist vom Bismarckplatz und Altstadtbahnhof zwar etwas weit, jedoch machen die dutzenden Läden und Geschäfte die Zeit in der Altstadt der Hochromantik zu einem historischem Erlebnis.
Unternehmungen am Universitätsplatz
Fußgängerzone
Durch die angrenzende Hauptstraße auf der Nordseite stehen einem neben diversen Restaurants und Klamottenläden viele Angebote um den Universitätsplatz mit dem Löwenbrunnen offen. Wie wären denn die berühmten Studentenküsse oder einem Melonenschnapps?
Weihnachtsmarkt
Jedes Jahr, von Ende November bis kurz vor Weihnachten, werden dutzende Stände auf der Fläche des Platzes aufgebaut und verleihen dem Sammelplatz der Studenten Weihnachtsgefühle en masse. Besonders zur Winterzeit können Touristen dem Grau entkommen und in die Glühweinszene Deutschlands eintauchen.
Die Universität Heidelberg
Im Süden und Ost werden von den namensgebenden Universitätsgebäuden geschmückt. Hier ergibt sich die Chance eine der ältesten und führendsten Universitäten Deutschland zu besuchen. Besonders die ruhige Bibliothek ist bei Studenten der alten Universität aller Fächer sehr beliebt.
Schloss Heidelberg
Bereits vom Löwenbrunnen lässt sich ein atemberaubender Blick auf das Schloss erhaschen. Besonders im Süden lässt sich ein Zugang zum Schloss erkennen, welcher einer der alternativen Routen zum Schloss darstellt. Pack besser die guten Wanderschuhe ein! Denn besonders im Herbst lässt sich der langsame Verlauf der Jahreszeiten von dort oben erkennen.
Alte Brücke
Läuft man vom Platz neben dem Brunnen gen Neckar, so kann man die Alte Brücke nicht übersehen. Diese wurde am 29. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt und 1947 wieder aufgebaut. Der Stil wurde detailgetreu aufgefangen und es lässt sich ein Blick auf die Stadtgeschichte erhaschen. Die Touristen lieben die Brücke.
Zusammenfassung
Auch wenn man es kaum glaubt, der Universitätsplatz hat eine unglaubliche Vergangenheit! Von Luthers Besuch im Augustinerkloster bis zu den Bücherverbrennungen von 1933 hat der Universitätsplatz einige Storys zu erzählen. Man muss nur hinhören.
Wenn einem das langweilt, dass wird einen die Fußgängerzone Läden und Cafes überzeugen die diese Stadt zu bieten hat. Hier verbindet sich reiche Historie mit üppigem Angebot.
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