Sehenswürdigkeiten
Bahnstadt Heidelberg
Spätestens seit der Energiekrise und den damit steigenden Heiz-, Miet- und Unterhaltskosten mussten viele ihr Leben ändern. Die Bahnstadt ist da zwei Schritte voraus, denn diese ist seit dem Baustart 2009 für ihre innovative Bauweise bekannt. Aber was hat es mit dem grünen Stadtteil Bahnstadt auf sich? Und ist diese Bahnstadt wirklich so grün?
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Geschichte der Heidelberger Bahnstadt
Der Umbau des Güterbahnhofs
Das Areal bestand nicht immer nur aus unbebauten Flächen oder Baugrund. Es handelte sich um verlassenes, aufgegebenes Gebiet der Deutschen Bahn. Stillgelegte Güterbahnhöfe und Rangierflächen zierten das Land hinter dem Hauptbahnhof, welches nach Jahren der Stilllegung endlich wieder Verwendung finden sollte.
”Campus II”
Eines lässt sich sagen: ohne die Wissenschaft hätte es die Bahnstadt niemals gegeben. Die Passivhaus Siedlung punktet nicht nur durch ihre zukunftsorientierte Konzeption, sondern auch damit, dass rund 22 der insgesamt 116 Hektar als Bahnstadt-Campus unter anderem dem Bau von Wissenschaftsinstituten gewidmet sind.
Das Projekt “Campus II” startete seine Bauarbeiten im Mai 2010, sodass die Bahnstadt Platz für Wohnungen und ebenso für Wirtschaft und Forschung bietet. Das Gelände und dessen Erschließung öffnete dutzende Möglichkeiten, sowohl zum Leben, als auch zum Forschen.
Wie kam es zum Bau von Heidelberg Bahnstadt?
Ein besonders zu dieser Zeit heiß diskutierte Gesichtspunkt in der Kommunalpolitik war: Wohnungen. Heidelberg hatte Platzmangel, es musste also Wohnraum her, genauer gesagt Fläche zum Bauen. Um der Wohnungsnot Herr zu werden entschied die Stadt die Errichtung des 15. Stadtteils Heidelbergs einzuleiten und das ehemalige Gütergelände zu bebauen. In Angesicht der steigenden Kosten von Energie und Miete, entschied man kurzerhand anhand der neuen Umweltkonzepten von 2009 die Bahnstadt möglichst effizient im Umgang mit Energie zu machen.
Eine der größten Passivhaussiedlungen der Welt
Alle Gebäude der Bahnstadt, von Wohnungen über Labore und Schulen bis zum Kino, entstehen in Passivhaus-Bauweise. Die Bahnstadt ist damit eine der größten Passivhaus-Siedlungen der Welt! Alleine in Baden-Württemberg ist grünes Wohnen ein Projekt, das seines gleichen sucht.

Gebäudetechnik
Wer sich für Umwelttechnik interessiert, ist in der Bahnstadt richtig. Hier punktet die Bahnstadt definitiv mit ihrer neuen Technik. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sorgen dafür, dass die warme Abluft im Winter die frische Zuluft vorwärmt.
PV-Anlagen schmücken die Dächer der Stadt und nutzen die Sonne zur Stromerzeugung.
Neue Stromsparkonzepte sind hier Programm, von anpassbaren LED-Laternen bis hin zu intelligenten Stromzählern in jedem Haushalt. Hier wird man definitiv staunen, was sich alles hinter den weißen Fassaden der Häuserfronten alles verbirgt.
Was ist ein Passivhaus?
Ein Passivhaus ist ein energieeffizientes Haus, welches es schafft durch ideale Wärmeisolation und Wärmetauschern ohne große äußere Nachhilfe den eigenen Wärmebedarf zu decken. Kombiniert werden diese gerne mit anderen nachhaltigen Energieerzeugern wie Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen und und und…
Passivhäuser in der Heidelberger Bahnstadt
Die Passivhausbauweise hat dutzende Vorteile. Laut einem Energie-Monitoring der Stadt von 2020 verursachen die Bewohner der Bahnstadt für Strom und Fernwärme nur 0,13 Tonnen CO2 pro Person und Jahr, 94 Prozent weniger als der Heidelberger Durchschnitt. Intelligente Stromzähler (Smart-Meter) helfen dabei den Energieverbrauch zu tracken und dementsprechend energetische Schwachstellen festzustellen.

Grüne Konzepte
Die Bahnstadt überzeugt mit ihrer Forschung, aber schon ihre Konzeption war ökologisch durchdacht.
So wird die Bahnstadt per Fernwärme aus einem Holz-Heizkraftwerk im benachbarten Pfaffengrund versorgt. Gepaart mit der idealen Energieeffizienz der Wohnhäuser kann so ein minimaler CO2-Ausstoß erreicht und für nachhaltiger Strom gesorgt werden. Denkbar wären zudem Konzepte wie dem Auffangen von Regenwasser zum Gießen oder kleine Minigärten auf den Terrassen, aber das ist ja jedem beim Wohnen selbstüberlassen.
Nachhaltigkeit
Damit Nachhaltigkeit auch sichtbar wird, wurden im neuen Stadtteil Heidelbergs großzügige Grün- und Freiflächen für die Bewohner angelegt. Auch an die Tiere wurde gedacht: Rund 3.500 Zaun- und Mauereidechsen wurden zu Beginn der Bauarbeiten in eigens geschaffene Lebensräume am Rand des Areals umgesiedelt. Die Freiräume müssen ja optimal genutzt werden und helfen dem Ziel der Klimapolitik entgegenzukommen.

Anbindung
Die Anbindung fügt sich dem Konzept von Zukunft an. Im Zentrum vom Stadtteil befindet sich eine autogeminderte Zone zur Lärmsenkung für die anwohnenden Menschen, jedoch ist die Durchfahrt kein Problem. Die Autobahn A5 ist mit dem Auto in weniger als zehn Minuten erreicht.
Die ÖPNV glänzen hier nochmal nichtig auf, denn der Hauptbahnhof von Heidelberg verbindet Neues mit Altem, wie die Bahnstadt Heidelberg mit der Altstadt Heidelberg, sodass man selbst vom letzten “Eck” Heidelbergs einfache Verbindung zu all den historischen Sehenswürdigkeiten der Heidelberger Altstadt hat. Die Straßenbahnlinien 22 und 26 halten am Gadamerplatz und bringen einen in wenigen Minuten in die Innenstadt, zum Hauptbahnhof ist es zu Fuß nur ein kurzer Weg. Angrenzende Haltestellen wie der Czernybrücke oder der Eppelheimer Terrasse (innerhalb der Bahnstadt) sind ebenfalls zu Fuß erreichbar.
Angebote
Wir dürfen auf keinen Fall die Angebote der Bahnstadt Heidelberg vergessen! Denn hier holt der Stadtteil Bahnstadt für die Bewohner nochmal einiges raus.
Spielplätze aller Art zieren die grünen Flächen in der Bahnstadt der Stadt Heidelberg. Kinder und Familien werden staunen, was für Spielplätze die Bahnstadt alles errichten ließ. Hier findet jeder eine Beschäftigung an einem der Spielgeräte.
Mit Familienfreundlichkeit hat die Bahnstadt definitiv gepunktet, denn an Orten wie am Langen Anger mit seiner langen Wasserfläche, die ideal für Kinder zum Spielen und Abkühlen bei hohen Temperaturen ist, wird klar, wie offen und freundlich die Bahnstadt wirklich ist. Seit 2017 hat die Bahnstadt am Gadamerplatz sogar eine eigene Grundschule.
Natürlich ist auch für den Hunger nach einem langen Tag was dabei. Dafür gibt es in der Bahnstadt verschiedene Cafés und Restaurants.
Events wie dem alljährlichen Bahnstadtlauf und Sommerfest im Juli bringen Bewohnerinnen und Bewohner zusammen, meistens bei Sonne und Hitze. Bewohner bestehen mittlerweile auf ihre kleinen Traditionen wie diesen.
Fazit
Die Bahnstadt ist ein junger Stadtteil für Familien, Forschung und Kultur. Die einstigen Freiflächen wurden genutzt, um der Bebauung von wichtigen Wohnungen im Umfeld des Hauptbahnhofs eine gute Lage zu schenken und nun reiht sich die eigene Wohnung zwischen Bäume und Terrasse nach Terrasse.
Schon in den ersten Jahren nach dem Einzug der ersten Bewohner sprossen dutzende Veranstaltungen für Information, Soziales und Kultur aus dem fruchtbaren Grünboden der Bahnstadt der Stadt Heidelberg. Für künftige Passivhaussiedlungen ist sie ein wichtiges Vorbild.
Eindrücke
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